Aus alt mach neu: Was bringt Photovoltaik-Repowering für Solaranlagen

Wann lohnt sich Repowering für Photovoltaik? Was muss man beachten?

So wie jeder menschliche Körper altert und jede mechanische Konstruktionen, wie z.B Brücken verschleißen, so verliert auch Ihre Photovoltaik Anlage auf Ihrem Dach je nach Größe und technischem Stand über die Jahre an Effizienz - sei es durch Degradation der Photovoltaikmodule oder zusätzliche Abnutzung der eingesetzten Komponenten. Aber auch falsch installierte bzw. beschädigte Photovoltaik Komponenten können für einen erheblichen Leistungsabfall und somit zu einer stark verminderten Einspeisevergütung sorgen. Aber auch Photovoltaikanlagen die alte Trafo-Wechselrichter verwenden, können durch neue trafolose-Wechselrichter Technologien ein erhebliches plus an einer Einspeisevergütung bringen. Kurz gesagt, kann ein Photovoltaik Repowering einen hohen Grad an Produktivität wiederhergestellt werden - und damit eine verbesserte Wirtschaftlichkeit über die Restlaufzeit Ihrer Photovoltaikanlage.

Wann und wodurch Photovoltaik-Module getauscht werden sollten

Die Restlaufzeit Ihrer Solaranlage, der Einspeisetarif und der zu erzielende Mehrertrag Ihrer EEG-Einspeisevergütung sind entscheidende Faktoren bei der Beurteilung, ob sich bei Ihrer Solaranlage Repowering lohnt. Insgesamt sollte die Amortisationszeit für die Repowering-Maßnahme nicht wesentlich länger sein als die Hälfte der Restlaufzeit. Speziell für Solaranlagenbetreiber, deren Anlagen in den Jahren 2008 bis 2015 ans Netz gegangen sind, kann ein Photovoltaik-Repowering somit besonders interessant sein.

Der Betreiber profitiert zudem vom technischen Fortschritt: Monokristalline Module haben mit >19% einen mehr als dreimal so hohen Wirkungsgrad im Vergleich zu älteren Dünnschicht- oder Polykristallinen Photovoltaikmodulen und kosten heute nur noch ein Drittel dessen, was sie vor fünf bis sechs Jahren gekostet haben. Sehr Wichtig: Als Betreiber behalten Sie dabei die alte EEG-Einspeisevergütung.

Spezielle Repowering Regelungen für Photovoltaik Anlagen

Das Repowering von Solaranlagen ist jedoch nicht so einfach möglich. Es bestehen einige administrative Hürden, die der Photovoltaik-Anlagenbetreiber nehmen muss, damit er seine EEG-Einspeisevergütung nicht verliert. Denn Photovoltaik-Module dürfen eigentlich nur getauscht werden, wenn diese nachweislich defekt sind. Andernfalls gilt der Generator nach dem Tausch als Neuanlage und der Strom wird mit dem aktuellen Einspeisetarif vergütet, der zum Zeitpunkt der Erneuerung der Anlage gilt. Allerdings kann ein Modul aber schon als defekt gelten, wenn es schneller degradiert, als es der Hersteller angegeben hat. Selbstverständlich dürfen auch defekte Module durch neue Ausgetauscht werden, aber auch hier muss ein Gutachter den defekt bescheinigen. Auf Wunsch können wir von Brenner Energie Ihnen einen Gutachter zu Seite stellen

Nur ausnahmsweise gilt nach einer Ersetzung von Photovoltaik Modulen der Vergütungssatz für die „alten“ Photovoltaik Module. Das EEG stellt besondere Anforderungen an Ersetzungsgrund, Ersetzungsstandort und Leistung (§ 38b Abs. 2 EEG, § 48 Abs. 4 EEG). Die Regelung gilt inhaltlich über verschiedene Übergangsvorschriften für alle nach dem EEG vergüteten PV-Anlagen.

Hier der Auszug des § 38b Abs. 2 EEG

"Solaranlagen, die aufgrund eines technischen Defekts, einer Beschädigung oder eines Diebstahls Solaranlagen an demselben Standort ersetzen, sind abweichend von § 3 Nummer 30 bis zur Höhe der vor der Ersetzung an demselben Standort installierten Leistung von Solaranlagen als zu dem Zeitpunkt in Betrieb genommen anzusehen, zu dem die ersetzten Anlagen in Betrieb genommen worden sind. Die Zahlungsberechtigung verliert im Zeitpunkt der Ersetzung ihre Wirksamkeit für die ersetzte Anlage und erfasst stattdessen die ersetzende Anlage."

Gründe für den Ersatz von Photovoltaikmodulen

Zulässige Gründe für die Ersetzung von Photovoltaik-Modulen sind also technischer Defekt, Beschädigung oder Diebstahl. Schwierig ist hierbei der Begriff des technischen Defekts. Ein technischer Defekt liegt insbesondere vor, wenn die tatsächliche Leistung unterhalb der Sollleistung nach der Herstellergarantie liegt, z. B. mehr als 10 % in 10 Jahren. Wichtig ist, dass dieser Leistungsabfall auf die Photovoltaik-Module selbst zurückzuführen ist, wie z. B. die potenzialinduzierte Degradation, nicht aber fehlerhafte Verkabelung oder Verschmutzung. Bei nicht behebbaren Sicherheitsmängeln wie z. B. Versatz oder abgebrochene Steckverbindungen der Solarmodule kann ein technischer Defekt auch ohne Leistungsabfall vorliegen.

Ersetzung am selben Standort

Die neuen Solarmodule müssen laut EEG an demselben Standort ersetzt werden, das bedeutet dort, wo auch die "alte" Photovoltaikanlage montiert wurde. Jedoch ist das Verhältnis zwischen Ersetzung und Versetzung von Photovoltaikanlagen noch nicht eindeutig geklärt

Meldung an den Netzbetreiber

Auch wenn eine Repowering-Photovoltaikanlage die gleiche Leistung, selbstverständlich erst recht bei höherer als auch bei niedrigeren Leistung erreicht, müssen diese Änderungen dem Netzbetreiber gemeldet werden. Dies ergibt sich aus den §§ 45, 46 EEG2012 bzw. §§ 70, 71 EEG2014. Ein neues Inbetriebnahmeprotokoll ist jedoch nicht erforderlich, soweit sich keine wesentlichen Änderungen des elektrischen Verhaltens der PV-Installation am Netzanschluss ergeben.

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